MACH MAL MEER
GLITZER
Wenn die Temperaturen unter den Gefrierpunkt fallen und gleichzeitig die Sonne scheint, zeigt sich die Ostsee von einer besonderen Seite. Frost auf Buhnen und Seebrücken, kleine Eiskristalle im Sand und gefrorene Gischt auf dem Meer glitzern dann im hellen, tief stehenden Winterlicht. Dieses natürliche „Winterglitzern“ ist einer der schönsten Gründe, sich warm anzuziehen und rauszugehen.
Dieses Naturschauspiel gibt es nicht jeden Tag. Es braucht klirrende Kälte und einen klaren Himmel. Besonders am frühen Vormittag oder am späten Nachmittag, wenn die Sonne flach über dem Horizont steht, kommen die Lichtreflexe auf dem Eis und dem Wasser am besten zur Geltung.
Sebastian Wache, Wetterexperte des NDR Schleswig-Holstein, gemeinsam mit Katja Lauritzen vom Ostsee-Holstein-Tourismus e.V.
Wann glitzert es an der Ostsee
am schönsten?
Das haben wir Sebastian Wache, Wetterexperte des NDR Schleswig-Holstein, gefragt:
„Abendrot – Schönwetterbot. Diese Regel gilt meist noch immer. Sollte es also abends einen tollen Sonnenuntergang geben, kann man, vielleicht auch nach einem Schneetief, darauf hoffen, dass nun ein stabiles Hoch folgt. Mit ihm wird es nachts kalt und der Schnee konserviert. Da lohnt dann auch mal etwas früheres Aufstehen, um das Licht der aufgehenden Sonne und das Knistern des kalten Schnees aus der frostigen Nacht zu erleben. Die Ruhe nach dem Sturm sozusagen.“
Typische Winterphänomene an der Ostsee gibt es auch:
„Der sogenannte Lake-Effekt-Schnee ist wunderbar. Da kommt die kalte Luft mit einem Hoch über Skandinavien über die Ostsee und saugt sich dort mit Feuchtigkeit voll. Sobald die Luft dann auf Land trifft, gibt es dicke Schneeflocken – gerne in einem schmalen Streifen in der Lübecker Bucht. Das sind dann riesige Quellwolken, die sich in einem markanten Streifen abschneien und schnell mal mehrere Zentimeter Neuschnee bringen können.“
Und was mag Sebastian Wache selbst am liebsten?
„Das Wetter hat bei uns im Norden ja viele Facetten – das gesamte Jahr über. Dennoch gehört die Winterzeit zu meinen liebsten. Da kann bis auf Hitze alles dabei sein. Besonders, wenn wir eine weiße Winterlandschaft haben und dann die ohnehin schon flache Sonne untergeht. Das zaubert ein ganz besonderes Licht in die Landschaft. Und selbst, wenn es mal stürmisch ist, können wir die Auswirkungen der Naturkräfte auch auf dem Wasser live erleben.“
„Wenn die ohnehin schon flache Sonne untergeht, zaubert das ein ganz besonderes Licht in die Landschaft.“
Sebastian Wache
Wetterexperte des NDR Schleswig-Holstein
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